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Sonntag, 18. September 2011

Sell-in-Summer Strategie


Durchschnittliche jährliche Netto-Rendite* von 1991 (Oktober) bis Ende 2011:
8.62%
--> hier gehts zum: Sell-in-Summer Strategie Backtest



Anwendung:
Es wird ein DAX ETF (Exchange Traded Fund) am 1. Oktober jedes Jahres gekauft und am 31. Juli jedes Folgejahres wieder abgestoßen. Man ist also in den Monaten August und September nicht investiert.

Beschreibung:
Aus der Erfahrung zeigt sich, dass besonders die Sommermonate August und September mit negativen Kursentwicklungen einhergehen. Zwischen 1988 bis 2009 gab es in allen anderen Monaten durchschnittlich Kurszuwächse. Der Verlust für August beträgt durchschnittlich ca. 2%, im September gaben die Kurse um ca. 4% durchschnittlich nach. Doch welche Faktoren führen zu solch deutlichen saisonalen Kursschwankungen. Darüber ist die Börsenwelt noch im Unklaren. Einer der Erklärungsversuche lautet, dass zu Beginn des Jahres die Fondsmanager und andere große institutionellen Anleger aggressiver ins Marktgeschehen eingreifen, um im Gegensatz zu ihren Konkurrenten eine starke Performance hinzulegen. Geht es auf die Sommermonate zu, werden die bis dahin erwirtschafteten Gewinne realisiert und im Gleichschritt sinken die Kurse. Zum Jahresende ergeben sich häufig wieder Aufwärtsrallyes, an denen auch die Großanleger wieder teilhaben wollen, sodass sie wieder investieren. Andere Erklärungsversuche gehen sogar so weit, das warme Wetter und die Urlaubszeiten für Verkaufsentscheidungen verantwortlich zu machen.

Vorteile:
Der immense Vorteil bei dieser Strategie besteht darin, dass man nur einen geringen Zeitaufwand für das Kaufen und Verkaufen aufwenden muss und zwar genau zweimal im Jahr. Das bloße Kaufen eines DAX ETF macht es auch für den Laien leicht, dieser Strategie zu folgen. Die jahrzehntelange Bestätigung dieses saisonalen Musters macht es zudem wahrscheinlich, dass sich dieser Trend in der Zukunft ebenfalls bestätigt.

Nachteile:
Auch mit dieser Strategie ist man nicht davor gefeit in den restlichen Monaten des Jahres Verluste einzufahren. Bedenken wir nur die Lehman-Pleite, die sich erst im Herbst des Jahres 2008 abgespielt hat. Damals musste man mit der Sell-in-Summer Strategie -35,7% Verlust verbuchen. Das ist zwar immer noch besser als, wenn man das ganze Jahr über im DAX investiert gewesen wäre (-40,4%), besonders erstrebenswert erscheinen uns solche große Verluste aber nicht. Dazu kann es passieren, dass man über Jahre hinweg dem DAX hinterher hinkt. So gewann der deutsche Aktienindex im Zeitraum Beginn 2004 bis Ende 2007 über 103%, mit der Sell-in-Summer Strategie holte man gerade einmal etwas über 67% heraus. Auf lange Anlagerhorizonte (ca. 10 Jahre) dürfte diese Strategie aber auch in Zukunft den DAX deutlich schlagen.

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