Durchschnittliche jährliche Netto-Rendite* von 1991 (Oktober) bis Ende 2011:
8.62%
--> hier gehts zum: Sell-in-Summer Strategie Backtest
Anwendung:
Es wird ein DAX ETF (Exchange
Traded Fund) am 1. Oktober jedes Jahres gekauft und am 31. Juli jedes
Folgejahres wieder abgestoßen. Man ist also in den Monaten August und September
nicht investiert.
Beschreibung:
Aus der Erfahrung zeigt sich, dass
besonders die Sommermonate August und September mit negativen Kursentwicklungen
einhergehen. Zwischen 1988 bis 2009 gab es in allen anderen Monaten
durchschnittlich Kurszuwächse. Der Verlust für August beträgt durchschnittlich
ca. 2%, im September gaben die Kurse um ca. 4% durchschnittlich nach. Doch
welche Faktoren führen zu solch deutlichen saisonalen Kursschwankungen. Darüber
ist die Börsenwelt noch im Unklaren. Einer der Erklärungsversuche lautet, dass
zu Beginn des Jahres die Fondsmanager und andere große institutionellen Anleger
aggressiver ins Marktgeschehen eingreifen, um im Gegensatz zu ihren
Konkurrenten eine starke Performance hinzulegen. Geht es auf die Sommermonate
zu, werden die bis dahin erwirtschafteten Gewinne realisiert und im
Gleichschritt sinken die Kurse. Zum Jahresende ergeben sich häufig wieder
Aufwärtsrallyes, an denen auch die Großanleger wieder teilhaben wollen, sodass
sie wieder investieren. Andere Erklärungsversuche gehen sogar so weit, das
warme Wetter und die Urlaubszeiten für Verkaufsentscheidungen verantwortlich zu
machen.
Vorteile:
Der immense Vorteil bei dieser
Strategie besteht darin, dass man nur einen geringen Zeitaufwand für das Kaufen
und Verkaufen aufwenden muss und zwar genau zweimal im Jahr. Das bloße Kaufen
eines DAX ETF macht es auch für den Laien leicht, dieser Strategie zu folgen.
Die jahrzehntelange Bestätigung dieses saisonalen Musters macht es zudem
wahrscheinlich, dass sich dieser Trend in der Zukunft ebenfalls bestätigt.
Nachteile:
Auch mit dieser Strategie ist man
nicht davor gefeit in den restlichen Monaten des Jahres Verluste einzufahren.
Bedenken wir nur die Lehman-Pleite, die sich erst im Herbst des Jahres 2008
abgespielt hat. Damals musste man mit der Sell-in-Summer Strategie -35,7%
Verlust verbuchen. Das ist zwar immer noch besser als, wenn man das ganze Jahr
über im DAX investiert gewesen wäre (-40,4%), besonders erstrebenswert
erscheinen uns solche große Verluste aber nicht. Dazu kann es passieren, dass
man über Jahre hinweg dem DAX hinterher hinkt. So gewann der deutsche
Aktienindex im Zeitraum Beginn 2004 bis Ende 2007 über 103%, mit der
Sell-in-Summer Strategie holte man gerade einmal etwas über 67% heraus. Auf
lange Anlagerhorizonte (ca. 10 Jahre) dürfte diese Strategie aber auch in
Zukunft den DAX deutlich schlagen.
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