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Mittwoch, 28. Dezember 2011

EZB überschwemmt Markt mit 500 Milliarden

Zur Vorbeugung einer sich abzeichnenden Kreditklemme der europäischen Geldinstitute konnten sich letzte Woche europäische Banken fast kostenlos bei der EZB für drei Jahr eindecken. Die Idee, Banken sind essentiell für das Wachstum einer Marktwirtschaft wichtig, weil sie Unternehmen ermöglichen über neue zukunftsträchtige Investitionen zu expandieren und ihren Umsatz zu steigern. Momentan schränken aber gerade diese Institute ihre Kredite an Unternehmenskunden massiv ein, um ihre eigenen Refinanzierungspläne zu erfüllen. Das würgt früher oder später jede Wirtschaft ab. 


Gerade in den Bilanzen der südeuropäischen Banken befinden sich zuhauf Staatsanleihen der PIIGS Staaten (Portugal, Irland, Italien, Griechenland, Spanien). Droht einem dieser Länder die Staatspleite, kann es sehr teuer werden. Deshalb ist es möglich diese mit Hoch-Risiko-Papiere bei der EZB als Sicherheit oder Pfand für frisches Geld zu hinterlegen. Geht ein Staat pleite, muss die EZB die Risiken übernehmen und damit wird der Verlust sozialisiert. Außerdem hätte in einem solchen Szenario die EZB tatsächlich Geld gedruckt, solange das an die Banken ausgegebene Kapital nicht wieder in die EZB Bilanz zurückfindet.


Die Konditionen für 36 Monate Geld sind mehr als traumhaft: gerade einmal 1% p.a. solange sich der Leitzins nicht erhöht, und das wird er auch solange nicht, wie sich die Schuldenkrise hinzieht. Doch die Krux ist, dass der überwiegende Teil des geliehenen Geldes überhaupt nicht in die Realwirtschaft fließt, sondern tatsächlich bei der EZB geparkt wird, für gerade einmal 0.25%. Das ist nichts anderes als Geld zu verbrennen und spricht Bände darüber, wie hoch das Misstrauen zum einen gegenüber der Wirtschaftsentwicklung und zum anderen gegenüber anderen Banken ist.


Ein besonderes Finanzierungsmodell ist den Italienern eingefallen. Dort haben Banken extra eigene Anleihen ausgegeben, die sie bei der EZB als Sicherheit für neues Geld hinterlegen können. Normalerweise ist so ein Vorgehen nicht erlaubt und wird deswegen auch darüber umgangen, dass der italienische Staat für diese Anleihen bürgt. Folgen andere Länder diesen Beispiel ist es für Geldinstitute praktisch unbegrenzt möglich sich zu refinanzieren. 



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