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Mittwoch, 18. Januar 2012

Müssen wir uns vor einer Inflation fürchten?

Viele Bürger haben Angst vor dem Schreckgespenst "Inflation", also der Entwertung der eigenen Sparanlagen. Deshalb suchen auch immer noch viele Anleger Gold als letzte Instanz der sicheren Geldanlage

Die Angst vor der Geldentwertung speist sich mit Sicherheit aus der Ungewissheit, wie es mit der europäischen Staatsschuldenkrise weitergeht. Kommt es tatsächlich zu einer quantitativen Lockerung* (Quantitative Easing), wie es bereits zwei Mal in den USA geschah, dürfte das Geldangebot dramatisch steigen, was beim gleichzeitigen Fehlen eines wirtschaftlichen Aufschwungs auch zwangsläufig in eine inflationäre Entwicklung münden würde. Erst heute gab die EZB bekannt, dass in der Führungsriege über neue Wege nachgedacht wird, die Folgen der Schuldenkrise oder sogar sie selbst, einzudämmen. Die quantitative Lockerung ist dabei nicht von den Diskussionen ausgeschlossen.

Tatsächlich pumpt die EZB jedes Jahr neues Geld in den Markt, hauptsächlich aber nur, um der wachsenden Produktion nachzukommen. Die wichtigste Aufgabe der Notenbank ist es nämlich ein Gleichgewicht zwischen dem Wert aller wirtschaftlichen Güter und der sich im Umlauf befindlichen Geldmenge herzustellen. Genau genommen ist sogar eine geringe Inflation von knapp unter 2% ideal für die Wirtschaft. Es werden dadurch Impulse für ein weiteres Wachstum gegeben, weil die Konsumfreudigkeit unterstützt wird. Dies steht im Gegensatz zur Deflation, bei der der Konsum und Investitionen aufgeschoben werden, bis das Preisniveau weiter gesunken ist.

Demnächst gibt es zur Deflation einen umfassenderen Post.

Weiterführender Post:
--> Vorteile einer stärkeren Geldpolitik der EZB

*Die quantitative Lockerung wird meist dann von den Notenbanken eingesetzt, wenn das Zinsniveau 0% erreicht hat oder nahe diesem ist, um weiterhin eine expansive Geldpolitik betreiben zu können. Dabei werden zum Beispiel Staatsanleihen direkt in die Bilanz der Notenbank aufgenommen.

Kommentare:

  1. Ich glaube, dass die Angst vor einer Deflation bei Notenbankern und Politikern so gross ist, dass sie stets eine Inflation vorziehen... Notfalls sehen wir eine europäische Version von Helicopter-Ben. Angst vor einer Hyperinflation habe ich allerdings nicht.

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  2. Dies ist vollkommen richtig! Sehe die quantitative Lockerung bereits kommen. Die Chancen für eine Hyperinflation sind zudem auch eher gering. Die momentane Lage ist nicht mit den 20er Jahren der Weimarer Republik zu vergleichen, schon eher mit den 30er Jahren der USA.
    Dieser Post könnte vielleicht auch von Interesse sein:
    --> http://aktien-strategien.blogspot.com/2012/01/vorteile-einer-starkeren-geldpolitik.html

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  3. Danke für den Link! Die grosse Frage wäre dann, wohin das Geld aus der quantitativen Lockerung fliessen wird: irgendwo müsste es die Preise nach oben treiben. Bei Aktien, Rohstoffen, Immobilien? Wie schön wäre es, wenn man nur einmal im Voraus wüsste, wo die nächste Blase entsteht!

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  4. Im Falle eines tatsächlichen umfangreichen Staatsanleihenkaufs durch die EZB könnte man natürlich auf steigende Anleihekurse wetten. Man kauft also Staatsanleihen krisengebeutelter Eurostaaten mit einem momentanen Abschlag von zweistelligen Prozentraten und spekuliert auf eine Erholung derselbigen.
    Die Aktienmärkte würden ebenfalls steigen, aber indirekt, verursacht durch die nun erwartete wirtschaftliche Erholung.

    Ob dann tatsächlich eine Blase ensteht hängt entscheidend davon ab, ob die Eurozone weiterhin versucht ihre Reformpläne umzusetzen, gerade im Hinblick auf eine gemeinsame Wirtschafts- und Haushaltspolitik! - Falls nicht droht der Double-Dip.

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