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Dienstag, 24. Januar 2012

Wie gefährlich ist eine Deflation wirklich?

In einer Deflation nimmt das durchschnittliche Preisniveau ab, man kann also auch von einer negativen Inflation sprechen. Diese tritt häufig im Zusammenhang mit einer rezessiven wirtschaftlichen Entwicklung auf, da sobald Unternehmen ihre Verkaufspreise senken um gegenüber ihren Konkurrenten wettbewerbsfähiger zu werden auch fast immer die Löhne sinken müssen, damit die neu anvisierten Preise überhaupt realistisch zu erreichen sind. Unter Umständen müssen sogar Arbeitskräfte entlassen werden, damit ein zuvor ineffektiv arbeitendes Unternehmen wieder wirtschaftlich werden kann. Wer arbeitslos geworden ist, wessen Lohn gesunken ist, oder zumindest unsicheren Zeiten entgegen blickt, wird mehr und mehr dazu tendieren, sein Gehalt anzusparen. 
Alles in allem geht die Konsumnachfrage anderer Firmen und der Bevölkerung zurück. Wer mehr produziert als verkauft werden kann, wird Verluste einfahren. Wer nur ein kleines Kapitalpolster hat, wird sich mit Investitionen zurückhalten. Bei einer starken Deflation kann der Rückgang bei den Investitionen oder dem Konsum der Bevölkerung auch gerade darin begründet sein, dass man abwartet bis das allgemeine Preisniveau noch weiter abgesunken ist. 

Es wird deutlich, dass es sich hierbei um einen Teufelskreis handelt, der nur schwer zu durchbrechen ist.
Falls die entsprechende Notenbank die Lage ernst nimmt und schnell mit Zinssenkungen, notfalls sogar mit einer quantitativen Lockerung* und/oder staatlichen Investitionen (Interventionen) reagiert, kann dieser Teufelskreis überwunden werden.

Japan befindet sich seit 1993 in einer deflationären Phase, das Land stagniert wirtschaftlich seit fast zwei Jahrzehnten. Die Staatsschulden gemessen am BIP sind jenseits der 200% Marke und dabei wird die Schuldenlast auch noch immer größer, weil der Wert jedes einzelnen Yens steigt. Diesen Zustand dürften auch Sie nicht als erstrebenswert bezeichnen. Deshalb geht kein Weg daran vorbei in Zeiten des Rezessionsrisikos die Möglichkeiten der Notenbank auszuschöpfen.

weiterführende Links:

*Die quantitative Lockerung wird meist dann von den Notenbanken eingesetzt, wenn das Zinsniveau 0% erreicht hat oder nahe diesem ist, um weiterhin eine expansive Geldpolitik betreiben zu können. Dabei werden zum Beispiel Staatsanleihen direkt in die Bilanz der Notenbank aufgenommen.


1 Kommentar:

  1. Greetings! Very helpful advice in this particular article!
    It's the little changes that make the most significant changes. Thanks a lot for sharing!

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