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Freitag, 3. Februar 2012

Aktienmarkt-Ausblick 2012

Dazu müssen wir uns freilich erst einmal mit den Basisfaktoren auseinandersetzen. 


1. Für eine Entspannung der Lage sprechen die seit Wochen sinkenden Staatsanleiherenditen spanischer und italienischer Titel. Dies liegt daran, dass die europäischen Banken ihr im Dezember von der EZB geliehenes Geld im europäischen Raum angelegt haben. Der damalige 3-Jahres-Tender hatte ein Volumen von 500 Milliarden Euro, Italien muss 2012 nur ca. 330 Mrd. € neue Schulden aufnehmen, Spanien ca. 148 Mrd. €. Ende Februar dieses Jahres kommt zudem ein weiterer 3-Jahres-Tender mit unbegrenzten Volumen, erwartet wird jedoch ein Abruf von ca. 1000 Mrd. €. So wird der Effekt der Stabilisierung der Zinsentwicklung auf niedrigen Niveaus verstärkt. Damit gelingt es der EZB vollends durch den Umweg über die Geschäftsbanken den verbotenen direkten Kauf von Staatsanleihen solange wie möglich hinauszuzögern und die umstrittenen Tätigkeiten am Sekundärmarkt auf ein Minimum zu begrenzen.

2. In den nächsten Monaten wird sich abzeichnen, ob und inwieweit die Sparreformen in den Peripheriestaaten ihre Wirkung entfalten und wirtschaftlichen Schaden möglichst vermeiden können. Die ganze Zitterpartie um den Sparkurs, der wesentlich von der deutschen Regierung vorangetrieben wurde, hängt von diesen Ergebnissen ab. Kommt es zum wirtschaftlichen Abschwung sollte dies gewaltige Verwerfungen an den Märkten und einen immensen Vertrauensverlust in die Fähigkeit der Politiker die Probleme lösen zu können zur Folge haben.

3. In den nächsten Tagen entscheidet sich zudem, wie günstig die Einigung Griechenlands mit seinen Gläubigern auf einen teilweisen Verzicht der Schulden und eine Verringerung der jährlichen Zinsrate verlaufen wird. Den Fall, dass alle Verhandlungen bis auf weiteres auf Eis gelegt werden halte ich für sehr unwahrscheinlich. Beide Seiten haben daran kein besonderes Interesse.


Fortsetzung folgt:
--> Aktienmarkt-Ausblick 2012 (Teil 2)

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