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Samstag, 10. März 2012

Schuldenschnitt gelungen - Entwarnung gibt es nicht!

Die griechische Regierung hat den anvisierten Schuldenschnitt erfolgreich hinter sich gebracht. Bei einer "freiwilligen" Beteiligungsquote von über 85%, stimmten die privaten Gläubiger einem Gesamtverlust von 74% zu. Dieser ergibt sich aus dem Verzicht von 53.5% des ausgegebenen Nennwerts jeder Anleihe und den deutlich verminderten Zinsen (bis 2015 nur 2%, danach gestaffelt, ab 2022 sollen die Anlagen mit 5% jährlich getilgt werden). Auch der EFSF und damit alle anderen Staaten der Euro-Zone beteiligen sich an diesem Schuldenschnitt zumindest vorerst, denn 15% des ursprünglichen Nennwerts werden über EFSF-Anleihen zurückbezahlt. In dem Falle, dass Griechenland die Kredite im Rahmen der beiden Sparpakete nicht vollständig zurückbezahlen kann, wäre der öffentliche Sektor bereits heute schon mit 30 Mrd. € negativ belastet worden. Allerdings waren diese besicherten EFSF-Anleihen eine nicht zu unterschätzende Bedingung für eine angemessen Beteiligung des Internationalen Währungsfonds, welcher sich nun bereit erklärt hat, einen Milliardenbetrag beizusteuern. Politisch blieb also keine andere Möglichkeit übrig.



Nicht vergessen darf man bei all dieser Euphorie, dass die
öffentliche Hand 160 Mrd. € an griechischen Bonds hält und durch das zweite Sparpaket noch einmal 130 Mrd. dazu kommen. Diese Anleihen sind zwar niedrig verzinst und müssen auch erst spät zurückgezahlt werden, dennoch bilden sie eine hohe Last für Griechenland. Ich bin mir sicher, dass auch hier in absehbarer Zeit ein Haircut vorgenommen wird. Dies geschieht entweder als Ergebnis weiterer EU-Gipfel oder durch starke Inflation, gebildet durch die Billionen der EZB, und dadurch entstehende Abwertung der Anleihen.


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