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Dienstag, 6. März 2012

Wird die Inflation uns letztendlich retten?

Am 29. Februar hat die EZB ihren zweiten 3-Jahres-Tender herausgegeben. Es wurden brutto 530 Mrd. von den Banken nachgefragt, nach Abziehen der Rückflüsse sind wir bei netto 310 Mrd. Durch diese enorme überschüssige Liquidität bildet sich die Gefahr der Blasenbildung. Das von den Banken geliehene EZB Geld wird nur im geringen Umfang in die Realwirtschaft fließen. Der Großteil dürfte für die Spekulation an den Finanzmärkten genutzt werden. Es werden also zwanghaft renditestarke Anlagemöglichkeiten gesucht um den Gewinn zu maximieren. 
Neben südeuropäischen Staatsanleihen, welche noch kurz vor dem ersten 3-Jahres-Tender im Dezember letzten Jahres Renditen von über 7% abwarfen und im Zuge der rasant wachsenden Nachfrage seitens der Banken sich wieder zwischen 4 und 5% einpendelten, sind dies vor allem Aktien von deutschen Großkonzernen
Alles deutet auf vorerst steigende Kurse, wobei eine zwischenzeitliche Korrektur mehr als zusätzlicher Einstieg, denn als Ausstieg verstanden werden sollte. 

Es gilt weiterhin sehr wachsam zu sein, gerade auch im Hinblick auf Griechenland. Das Szenario, dass im April die Kommunisten und Nationalisten die etablierten demokratischen Parteien verdrängen werden, ist als wahrscheinlich einzustufen. Es wird damit auch immer wahrscheinlicher, dass Europa von dem momentan vermittelten Kurs der unbedingten Rettung Griechenlands abweicht, ja unter Umständen sogar Griechenland sich selbstständig dafür entscheidet aus der Europäischen Union auszusteigen, um die frühere Drachme wieder einführen zu können. Dies wird allerdings frühestens im Sommer dieses Jahres relevant, da ab diesem Zeitpunkt der ESM die Ansteckungsgefahr für Italien und Spanien drastisch verringern könnte.

Weiterhin stellt sich uns die Frage, wie diese immensen Summen, die die EZB bereitstellt, wieder aus dem Markt genommen werden können. Die wirtschaftliche Lage stagniert in Europa und droht sogar in die Rezession zu rutschen. Von einem lang anhaltenden Aufschwung sind wir noch weit entfernt. Das Instrument der schrittweisen Zinserhöhung, um die im Markt verfügbare Geldsumme wieder zu reduzieren, entfällt damit, weil sie den ohnehin schwachen Markt komplett abwürgen würde!

Die EZB kann, wenn sie ihrer Aufgabe der unbedingten Geldstabilität nachkommen möchte, nicht ewig so weitermachen. Unter Mario Draghi scheint sich allerdings diese alte Tugend der Bundesbank nicht durchsetzen zu können. Es wird immer mehr zum Problem, dass die EZB die Macht besitzt, weitreichende politische ohne vorherige demokratische Legitimation zu treffen. Es darf nicht sein, dass Deutschland als bevölkerungsreichstes Land Europas keine Stimmenmehrheit im Rat der EZB besitzt!

Inflation wäre in der Tat ein Instrument, welches einen relativ schmerzfreien Prozess der Schuldenverringerung und der Tilgung bestehenden Reichtums einleiten könnte, sofern dieser in Bargeld besteht. Das größte Leid hätten vor allem Geringverdiener, da die Reallöhne sinken würden und sie kaum Möglichkeiten hätten ihr Sparguthaben vor der Inflation zu schützen. Letztendlich werden die Fehler Weniger auf die Allgemeinheit abgewälzt!

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