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Montag, 16. April 2012

Wer sind die Profiteure einer Inflation? - Wie soll man handeln? (Teil 1)

Inflation hat viele Ursachen. Oft wird sie durch steigende Material- bzw. Rohstoffkosten eingeleitet. Ein schwächerer EURO/DOLLAR-Kurs hätte dies zur Folge, da neben Erdöl viele weitere Rohstoffe der Industrie über Dollar abgerechnet werden und sich auf Grund dessen bei uns die Preise erhöhen. Momentan ist der Chart von Euro/Dollar relativ stabil, das liegt aber hauptsächlich daran, weil der Euro in enormen Maße an dem guten Ruf deutscher Staatsanleihen profitiert. Banken, Versicherungen, Fonds und Privatanleger haben zwar im großen Stil ihr Investment in südeuropäischen Anleihen abgebaut oder verringert, dieses Geld blieb aber im Euroraum. Es floss überwiegend in Bundesanleihen und führt zur der komischen Tatsache, dass Deutschland innerhalb von Europa in seiner stärksten Strukturkrise überhaupt Niedrigstzinsen bezahlen darf. 


Geriete Deutschland aber auch in den Abwärtsstrudel, ausgelöst durch die horrenden Bürgschaften und Bareinzahlungen in die europäischen Rettungsschirme, dann könnte eine Euro-Flucht eintreten, die zu massiven Abwertung des Euro-Dollar Kursverhältnisses führen würde und auch Deutschlands Anleihezinsen steigen ließe.
Interessant ist auch das Faktum, dass der Euro im Sinne der Kaufkraftparität lediglich einen Euro-Dollar Kurs von 1.05 zuließe, mit gegenwärtig 1.33 bliebe also rein von diesem Standpunkt aus noch sehr viel Potenzial nach unten übrig. Momentan schützt uns also die relativ hohe Liquidität im Euroraum, doch diese ist in keinem Falle unvergänglich.


Weiterer wesentlicher Faktor, welcher die Inflationsentwicklung begünstigen kann, ist eine unausgeglichene Außenhandelsbilanz. Auf den ersten Blick scheint diese im Euroraum nicht gegeben zu sein. So hört man doch immer wieder von den immensen Importüberschüssen der südlichen Euroländer. Fakt ist jedoch auch, dass ein Großteil davon aus Nordeuropa stammt, insbesondere aus Deutschland und somit der Euroraum als Ganzes betrachtet gegenüber anderen großen Wirtschaftszonen im Im- und Export ausgeglichen ist.


Die oben genannten steigenden Rohstoffkosten, vor allem jene von Erdöl, könnten sich zudem noch auf Grund externer Effekte wie einen möglichen Israel(Amerika)-Iran Krieg ergeben. Der Preis steigt selbst ohne einen Krieg, allein getrieben von der Angst der Investoren und der Unwilligkeit der Saudis die Fördermengen zu erhöhen, wahrlich mit dem Eigeninteresse am Konflikt zusätzlich zu verdienen. Sie wissen nämlich noch immer nicht, was sie nach dem Ölzeitalter tun sollen. 
Am 1. Juli 2012 treten zudem die europäischen Wirtschaftssanktionen gegen den Iran in Kraft, sodass schon heute die Öl-Frachter ihre Unternehmungen aus dem Iran in die Welt nicht mehr genügend absichern können (95% des Versicherungs- und Rückversicherungsmarktes ist in europäischer Hand). Allerdings gibt es auch Wege dies zu umgehen, so denkt Indien offen über staatliche Bürgschaften für Öl-Frachter aus dem Iran nach Indien nach.


Fortsetzung folgt!


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--> Wer sind die Profiteure einer Inflation? - Wie soll man handeln? (Teil 3)

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