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Donnerstag, 19. April 2012

Wer sind die Profiteure einer Inflation? - Wie soll man handeln? (Teil 2)

In den Medien wird ein schwacher Euro immer wieder als besonderer Vorteil für die Exportnation Deutschland erwähnt. Dies ist allerdings ein Trugschluss, wie ich Ihnen anhand folgender Punkte erläutern möchte:

  • Zunächst einmal importieren wir auch in sehr großen Umfang, 30% davon stammen aus den Euro-Ausland und werden dadurch erheblich teurer. Viele der importierten Güter sind  Vorprodukte, die erst in Deutschland zum fertigen Gut werden. Der Gewinn, der sich durch den Verkauf ins Euro-Ausland im Bezug auf einen schlechteren Wechselkurs ergibt, ist dann meist schon durch die höheren Einkaufspreise wieder getilgt.
  • Es geht für ausländische Einkäufer nicht immer nur um den Preis einer bestimmten Ware. Viele deutsche Unternehmen des Mittelstands zeichnen sich auf den Weltmärkten vor allem dadurch aus, dass sie Marktführer für spezielle Nischenprodukte sind. Abnehmer von solchen Waren schauen vor allem auf die Qualität und dann erst auf den Preis. Ein plötzlicher Nachfrageschwund auf Grund eines starken Euros ist deshalb sowieso nicht zu erwarten.
  • Anders sieht das für die südeuropäischen Staaten aus. Diese setzen größtenteils auf die billige Massenproduktion und deshalb käme ihnen ein schwacher Euro sehr entgegen. Sie würden deutlich wettbewerbsfähiger werden (Portugal und Griechenland sind hier besonders betroffen)
  • 60% der deutschen Exporte bleiben sowieso in der Währungsunion. Höhere Einnahmen durch einen schwachen Euro sind deshalb eher nicht zu erwarten. Indirekt könnte Deutschland nach einiger Zeit doch noch profitieren. Die durch einen schwachen Euro wieder in Gang gekommene südeuropäische Wirtschaft könnte dann die Nachfrage nach deutschen Produkten wieder anheizen. Bis dahin müssen wir uns jedoch noch ein Weilchen gedulden.
Letztendlich lässt sich einigermaßen sicher sagen, dass von einem schwachen Euro vor allem die südeuropäischen Staaten profitieren würden. Dies allerdings aber auch nur kurzfristig, denn ein schwacher Euro nimmt erheblich den Druck von der Politik notwendige Reformen anzupacken und behindert die Innovationsfähigkeit von Unternehmen, da diese einem schwächeren Wettbewerb ausgesetzt sind.

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