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Montag, 30. April 2012

Wer sind die Profiteure einer Inflation? - Wie soll man handeln? (Teil 3)

Wie soll man seine Investmentstrategie nun anpassen, wenn Inflation herrscht bzw. wenn man davon überzeugt ist, dass es in naher Zukunft zur Inflation kommen wird?


Man kann davon ausgehen, dass die bisher gehortete Liquidität (z.B. Sparbücher) in die Aktienmärkte strömen wird mit der Hoffnung dadurch die Inflation wenigstens ausgleichen zu können. Der Gedanke dahinter ist folgender: Mit dem Aktienkauf erwirbt man einen bestimmten Anteil einer Firma und damit einen Sachwert. Herrscht nun Inflation wird der Buchwert einer Firma dadurch künstlich aufgebläht und höheren Aktienkursen Legitimität gegeben. Außerdem tritt noch der Effekt der sich selbsterfüllenden Prophezeiung auf. Glauben viele Marktteilnehmer, dass aus bestimmten Gründen die Aktienkurse steigen werden und sich dementsprechend am Markt verhalten, steigt der Preis auf Grund der hohen Nachfrage und des geringen Verkaufsangebotes.


Allerdings ist das obige Faktum allein betrachtet noch nicht viel Wert für eine sinnvolle Investmententscheidung, denn die wirtschaftlichen Aussichten verringern sich bei Unternehmen im Zuge der Inflation, vor allem wenn die Kaufkraft der Konsumenten nicht stark genug ist und/oder nicht entsprechend mit der Inflation anzieht. Damit sinken die Realgewinne, was sich durch teure Rohstoffimporte aus anderen Ländern noch verstärken kann.


Außerdem müssen wir uns die Frage stellen wie der Inflation entgegen gearbeitet werden kann. Die einzig wahre Möglichkeit, abgesehen von einer Währungsreform, besteht darin den Leitzins auf Rekordniveaus zu heben. Dadurch verhindert man den starken Zufluss von Geld in die Wirtschaft. Das stoppt zwar die Inflation lässt die Wirtschaft aber so weit abkühlen, dass weitere meist schlimmere soziale und gesellschaftliche Probleme entstehen. Aktienkurse, die in gewisser Weise auch immer die Wirtschaftlichkeit von Unternehmen widerspiegeln, sinken in Folge dessen dramatisch ab und es steigt die Gefahr der Umverteilung von Aktienvermögen in andere Assetklassen (Anleihen, Rohstoffe, Währungen, Immobilien).


Diejenigen Unternehmen, die wenig Kostensteigerung für ihre Produkte/Dienstleistungen im Falle der Inflation befürchten müssen und notfalls höhere Preise für ihre Güter problemlos durchsetzen können (Monopolstellungen, Branchen: Energie und Nahrung), werden im Vergleich zum Gesamtmarkt eine wesentliche bessere Rendite bzw. geringere Negativrendite verbuchen können. Bekommt man die Inflation jedoch nicht in den Griff, droht eine Währungsreform. Aktienvermögen sind dadurch nicht wertlos geworden, man besitzt immer noch einen bestimmten Anteil am ausgesuchten Unternehmen. Auf dem Weg dorthin dürften aber bereits viele Unternehmen an den enormen wirtschaftlichen Bedingungen gescheitert sein.


Die Empfehlung lautet also:
Solange die Inflation sich nicht wesentlich von der 5%-Marke entfernt, sollten Aktieninvestments eine Wahl für das Portfolio bleiben. Hier jedoch auf die Wirtschaftlichkeit während inflationärer Phasen achten! Steigt die Inflation darüber hinaus, bleibt nur die Flucht in andere Assetklassen bzw. Auslandsaktien.



Hier geht es zu:
--> Wer sind die Profiteure einer Inflation? - Wie soll man handeln? (Teil 1)
--> Wer sind die Profiteure einer Inflation? - Wie soll man handeln? (Teil 2)

1 Kommentar:

  1. Mit "Inflation" ist in diesem Zusammenhang eine Inflation über der angestrebten und gesunden 2%-Grenze gemeint.

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