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Donnerstag, 17. Mai 2012

Aktienstrategie: ETF-Sparplan

Durchschnittliche jährliche Netto-Rendite* von 1990 (Oktober) bis Ende 2011: 2.11%

Damit keine Börsengebühren beim Handel auftreten, können Sparpläne bei den meisten Brokern (oft auch kostenlos, wie in diesem Beispiel) angelegt werden. Heute wollen wir uns um den ETF-Sparplan für den DAX kümmern.

Anwendung:
Für diese Aktienstrategie wird jeden Monat ein bestimmter Betrag (frei festzulegen) an den Broker überwiesen, mindestens jedoch 25€. Dieser Betrag hat auf die prozentuale Rendite keinen Einfluss, wohl aber auf den letztendlichen Portfoliowert, sprich den Gewinn. Der Broker kauft von diesem monatlichen Beitrag DAX-ETFs. Das Kürzel ETF steht hierbei für "Exchange Traded Funds", also börsengehandelte Fonds. In unserem Fall bildet dieser Fonds einen Index, nämlich den DAX nach. Auf welche Art und Weise dies geschieht, würde den Rahmen dieses Posts sprengen und ist auch nicht weiter von Belang für den normalen Anleger.

Beschreibung:
Einen Index nachzubilden hat verschiedene Vor- und Nachteile, denn dieser besteht immer aus einer Gruppe von Aktien, die dazu auch noch unterschiedlich gewichtet sind (s. DAX-Wikipedia). Man geht allgemein hin davon aus, dass eine Streuung der Investments, also eine Verteilung auf verschiedene Unternehmensaktien, das Risiko des Wertverlustes, aber auch der Wertsteigerung vermindern kann. Freilich gibt es immer wieder Phasen, in denen alle Aktien des jeweiligen Index steigen oder fallen. Dies tritt vor allem dann ein, wenn positive bzw. negative Faktoren, die für die meisten Unternehmen von Belang sind, sich verstärken oder abschwächen. Solche Faktoren sind zum Beispiel [Währungsschwankungen, Rohstoffkosten (insbesondere Öl, Metalle, Nahrung), Liquidität der Banken, Leitzinsen usw.]. Im DAX sind die 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen vertreten. Dieses Faktum sorgt für zusätzliche Sicherheit. Diese Unternehmen erwirtschaften meist solide Erträge im Gegensatz zu manchem Pennystock und stehen wegen ihrer Bedeutung ständig in der Öffentlichkeit.

Vorteile:
Man braucht sich keine großen Gedanken um Umschichtungen des eigenen Portfolios zu machen und muss sich auch nicht ständig mit den neusten Börsennews versorgen. Eine ungefähr gleichmäßige Entwicklung ist durch den Index, bestehend aus 30 Unternehmen gegeben. Das monatliche Einzahlen sorgt für eine zusätzliche Risikoverminderung, da man den durchschnittlichen Einkaufspreis in Abschwungphasen verringern kann. Man kommt also auch schneller wieder in die Gewinnzone. Umgekehrt bedeutetet es aber auch, dass Käufe zu aktuellen Höchstständen oft erst nach einiger Zeit die Gewinnzone erreichen und dies den durchschnittlichen Einkaufspreis wieder nach oben treibt. Zudem haben die meisten Menschen keine 10.000€ auf der hohen Kante, sodass ein vernünftiger Sparplan zur langfristigen Vermögensansammlung durchaus seine Berechtigung finden kann.

Nachteile:
Als wesentlichsten Nachteil bei dieser Aktienstrategie betrachte ich die Renditemöglichkeiten. Wer viel Sicherheit möchte, muss auch immer auf mögliche Ertragschancen verzichten können. Die beiden Sprichwörter: "Sicherheit hat seinen Preis" und "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt" haben an der Börse eine ganz besondere Bedeutung. Mit einer durchschnittlichen Jahresrendite von nur 2.11% wird der ETF-Sparplan von manchem Tagesgeldkonto oder Staats- bzw. Unternehmensanleihe bei geringerer Risikostruktur geschlagen. Inflationsbereinigt ist die Rendite sogar fast weg, da die durchschnittliche Inflation (Geldentwertung) in Deutschland von 1990 bis heute 2.0% betrug.

Fazit:
Wer dennoch davon ausgeht, das die deutschen Weltkonzerne weiterhin ganz oben mitspielen werden, für den dürfte sich ein ETF-Sparplan eventuell bezahlt machen. Es ist immerhin noch besser als sein Geld auf dem Bankkonto ungenutzt liegen zu lassen. Ein weiterer Tipp besteht darin, während Wirtschaftskrisen den monatlichen Einzahlungsbetrag drastisch zu erhöhen und während wirtschaftlicher Höchstphasen den Betrag unter einen vorher festgelegten Durchschnittsbetrag zu reduzieren. So können höhere Renditen ermöglicht werden.

Einsicht in die Backtests erhalten Sie hier:
→ Strategie - ETF Sparplan 1990 - 2012
→ Strategie - ETF Sparplan 2012
→ Strategie - ETF Sparplan 2013

* nach Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag

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