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Mittwoch, 6. Juni 2012

Droht uns der Börsenkollaps? - Eine Einschätzung (Teil 2)

Der DAX hat seit dem 25. Mai (Droht uns der Börsenkollaps? - Eine Einschätzung - Teil 1) seine Talfahrt nahezu ungebremst fortgesetzt und positioniert sich nun nur noch leicht über den Jahresstartkurs von 5900 Zählern. Wir können momentan eine leichte Erholungsphase in der Gegend um 6000 Punkte erkennen. Diese kann der Auftakt zu einer Wiederholung der Börsenrallye während des ersten Quartals sein, oder aber eine kleine technische Korrektur bzw. Verschnaufpause bis es weiter in die Bereiche unter 5800 geht. Der künftige Chartverlauf unterliegt neben den fundamentalen und technischen Aspekten der Analyse vor allem starkem politischen Einfluss.


Folgende Fragen werden die nächsten Tage und Wochen Einfluss auf das Börsengeschehen nehmen:


Diese Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie soll aber einen Eindruck für die momentane Unüberschaubarkeit und die damit einhergehende Verunsicherung liefern.


Noch stehen wir nicht vor einer erneuten Weltwirtschaftskrise wie zuletzt 2008/2009. Damals ist der DAX bis 3700 Punkte abgesunken. Vom gegenwärtigen Level ergibt sich somit ein theoretisches Abwärtspotenzial von fast 40%. Es kann aber im ungünstigsten Falle, welcher leider nicht der unwahrscheinlichste ist, dazu kommen. Das Konsum- und Geschäftsklima ist in Deutschland zuletzt zurückgegangen. 
Die wirtschaftliche Stärke Deutschlands hat bisher ein rezessives Europa verhindert. Beginnt aber dieser letzte Halt zu bröckeln, verstärken sich die negativen Effekte exponentiell. Noch größere Haushaltslöcher auf Grund von Transferzahlungen und kontraproduktiven Wachstumsstimulationen sind die Folge. Kommt es dann auch noch über Eurobonds zur Vergemeinschaftung aller Schulden ohne gemeinsame politische Mitbestimmung, wird nicht nur Deutschland, sondern auch Europa als Ganzes darunter leiden. Ein schwächeres Deutschland macht den Rest von Europa nämlich nicht automatisch stark oder wettbewerbsfähiger. Es fehlt in vielen Teilen Südeuropas an den geeigneten Industrien. Diese aufzubauen und auf internationale Wettbewerbsfähigkeit hin zu lenken bedarf Zeit.


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