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Freitag, 8. Juni 2012

Spaniens Bankenkrise: Eine Übersicht

Neben den politischen Entwicklungen in Griechenland steht Spanien momentan ganz besonders im Fokus der Finanzbranche. Auf die spanische Regierung kommen im Falle einer Bankenrettung 100 Mrd. € zu. Diese würden ihren Schuldenstand um 10% auf 90% im Bezug auf ihr BIP hochschnellen lassen. Dazu kommen dann auch noch die Hilfsanfragen von den sehr finanzschwachen Kommunen, wie z.B. Katalonien. 


Spanien hat jetzt schon massive Probleme Geld am Kapitalmarkt aufzunehmen. Darüber kann auch nicht die am gestrigen Donnerstag einigermaßen glimpflich verlaufene Auktion über gerade einmal 2.1 Mrd. € hinwegtäuschen. Der Zinssatz ging hierbei für zehnjährige Staatsanleihen leicht auf 6.044% zurück. Bis zum Jahresende muss Spanien jedoch noch ca. 180 Mrd. € einsammeln und bei größeren Auktion dürfte die Überzeichnung deutlich geringer ausfallen, sodass die Zinsen im Gegenzug ansteigen werden. Allein 6% auf 10 Jahre zu zahlen fordert ein sehr starkes Wirtschaftswachstum, welches kurz- bis mittelfristig nicht zu erahnen ist. 
Nun hat die amerikanische Ratingagentur "Fitch" Spanien heute gleich um weitere drei Bonitätsstufen herabgesetzt, sodass die Kreditwürdigkeit Spaniens nur noch knapp über "Ramschstatus" liegt.


Der spanische Ministerpräsident Rajoy lehnte europäische Hilfen bisher kategorisch ab, ebenso wie seine Kabinettsmitglieder. Einziges erkennbares Motiv dahinter: falsches Nationalbewusstsein, möchte sich und seine Regierung stark erscheinen lassen. Er ist das Sinnbild des politischen Dilettanten, der sich entgegen des besseren ökonomischen Arguments im Glanz seines Amtes sonnt. 
Spanien kann Zinsen auf diesen Niveau einige Monate, vll. ein bis zwei Jahre verkraften. Dann kollabiert das System. Muss Spanien bzw. will Spanien jedoch seine Banken selber retten, werden die Zinsen exorbitant ansteigen. 8% werden nicht unwahrscheinlich sein. 


Heute kamen erste Meldungen, wonach morgen Nachmittag der Antrag auf EU-Hilfe seitens Rajoys erwartet wird. Inwieweit diesen Nachrichten Glauben geschenkt werden darf, kann ich nicht beurteilen. Fest steht aber, dass er sich irgendwann die Gelder leihen muss. Es führt kein vernünftiger Weg daran vorbei!

hier gehts zu:
--> Spaniens Misere wird weitergehen! Die Politik hat sich nur Zeit erkauft
--> Lösungsansätze für die spanische Bankenrettung
--> Droht uns der Börsenkollaps? - Eine Einschätzung

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